© bei der Autorin
w.klevinghaus@web.de Immer
wieder wird ein Neues sein;
jeder Atemzug ist nie zuvor gwesen.
Mit allem, was wir binden oder lösen,
tritt unser Fuß in neue Räume ein.
Und keinen Anfang finden wir allein.
Das Gestern lebt versteckt in altem Wesen,
steht hinter dir im Guten wie im Bösen
und dringt ins Wogen deiner Träume ein.
Doch wirst du Hand und Auge offen halten,
dass du das Neue voll Vertrauen greifst,
wenn du durch Lichtes oder Dunkles streifst,
so wird das Neue sich aus dir entfalten
und jedes Denken, jedes Werk gestalten,
dass du zu neuen Lebenswegen reifst.
© bei der Autorin
w.klevinghaus@web.de Um
nackte Äste zärtlich schlingt
der Lenz die ersten grünen Schleier.
An dem vom Eis befreiten Weiher
ein erster Amselruf erklingt.
Noch zaghaft auch die Drossel singt
zu einer ersten Frühlingsfeier.
Schon jauchzt mein Herz und atmet freier,
wenn sich ihr Lied ins Blau erschwingt.
Doch hinter meiner Freude nagt
unter der Lust am Tag verborgen
unausgesprochen tiefes Sorgen,
wenn sich mein Herz betroffen fragt,
wann wohl der letzte lichte Morgen
für diese alte Erde tagt ...
© bei der Autorin
w.klevinghaus@web.de Uraltes
Zeichen, das mich schweigend ruft:
Ein Zeiger wandert
lautlos an der Wand.
Längst schon
verließ er seinen tiefsten Stand;
schon neigt der Goldball sich zu seiner Gruft
und hebt den Schatten höher in die Luft,
bis er der Berge Dunkel sich verband,
als streue eine unsichtbare Hand
in alle Gründe ihren letzten Duft.
Ich habe abwärts meinen Schritt gewandt
und weiß die Zeit nicht, die mir bleibt
und ahne nur den Finger, der da schreibt.
Den Boten kenn’ ich, den mir Gott gesandt.
Jetzt ist zu spät, dass eine Frucht noch treibt:
bald schlüpf’ ich in das letzte Nachtgewand